Ein kurzer Steckbrief

Belene Hintergrund

Belene gilt als eines der gefährlichsten Atomkraftwerksprojekte, die derzeit in Europa in Angriff genommen werden. Das Projekt wird seit 30 Jahren geplant und ist ebenso lange umstritten. Schon in den 80er Jahren warnten sowjetische Wissenschaftler vor den Erdbebenrisiken. Schließlich wurden beim letzten großen Erdbeben 1977 zahlreiche Gebäude zerstört und 120 Menschen starben nur wenige Kilometer vom geplanten AKW-Standort entfernt. Nach der Wende warnten auch Experten der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften vor einer Fertigstellung des Atomkraftwerks, u.a. wegen den Sicherheits- und Umweltrisiken. Die erste demokratisch gewählte bulgarische Regierung nahm diese Warnung ernst. Sie stoppte das Projekt als „technisch unsicher und ökonomisch untragbar“. Im Jahr 2005 grub aber eine neue bulgarische Regierung die Belene-Pläne wieder aus. Sie beauftragte 2006 den russischen Konzern Atomstroyexport, zwei Reaktoren zu bauen. Für deren Design gibt es bisher weder Sicherheitsanalysen noch Betriebserfahrung. Deshalb rät selbst der ehemalige Leiter der bulgarischen Atomaufsicht, Dr. Kastchiev von diesem Projekt ab: „Wenn man das hohe seismische Risiko der Bauregion und den niedrigen Atomsicherheitslevel in Bulgarien zusammen zieht, kann man nur zu dem Schluss kommen: dieses Projekt darf nicht weiter geführt werden“.
Mit dieser Investition spiele RWE „russisches Roulette mit der Gesundheit und Sicherheit von Millionen von Europäern," so Heffa Schücking von der Umweltorganisation urgewald.

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