Allianz und Atomkraft?
In der Stadt Belene (Bulgarien) ist gegen inländischen und internationalen Proteste der Neubau eines Atomkraftwerks in Planung. Obwohl der Standort erdbebengefährdet und der geplante Kraftwerkstyp veraltet ist hält die bulgarische Regierung an den Plänen fest und sucht stetig nach Investoren für das AKW. Sie brauchen 7 Mrd. Euro, um das umstrittene Atom-Projekt Belene zu realisieren. Nachdem bereits international zahlreiche Großbanken von dem Risikovorhaben Abstand genommen haben (darunter die Deutsche Bank, die HypoVereinsbank und die Commerzbank), plant nun der RWE Konzern das Projekt mit 1,5 Milliarden Euro zu finanzieren. Nun muss der RWE-Aufsichtsrat über eine Beteiligung des Konzerns entscheiden. Noch hat Konzernchef Großmann jedoch keine Mehrheit in diesem Gremium für das Projekt finden können.
Größter deutscher Einzelaktionär an der RWE AG ist die Allianz, die mit einem geschätzten Volumen von 1,5 Mrd. Euro an dem Konzern beteiligt ist.
Damit hat die Allianz die Möglichkeit, sich im Aufsichtrat von RWE gegen die Atompläne im Risikogebiet zu stellen. „Ein Atomkraftwerk in einem Erdbebengebiet kann keine Versicherungsgesellschaft absichern. Und etwas, was der Allianz zu gefährlich ist, sollte sie auch nicht bei einem anderen Konzern absegnen“, erklärt Trudel Meier-Staude, die die Projektwoche in München koordiniert. Als Lebensversicherer trägt die Allianz eine besondere Verantwortung, und müsste sich im RWE-Aufsichtsrat für eine risiko- und verantwortungsbewusste Energiepolitik einsetzen.

